Schmerzmittel gehören zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten in unserem Alltag. Doch wie finden sie den Ort des Schmerzes? Die Wahrheit ist: Schmerzmittel "finden" den Schmerzort nicht spezifisch — stattdessen beeinflussen sie den Schmerzwahrnehmungsmechanismus des Körpers.
Wie wird Schmerz wahrgenommen?
Schmerz ist ein natürlicher Warnmechanismus des Körpers. Geschädigtes Gewebe setzt Chemikalien wie Prostaglandine frei, die Nervenendigungen stimulieren und Schmerzsignale über das Rückenmark an das Gehirn senden.
NSAIDs: Das Feuer an der Quelle löschen
Nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen und Aspirin blockieren die Prostaglandinproduktion. Sie hemmen die Enzyme (COX-1 und COX-2), die für die Entstehung dieser schmerzverursachenden Chemikalien verantwortlich sind.
Paracetamol: Den Schmerzschalter im Gehirn dämpfen
Paracetamol wirkt auf die Hirnregionen, die Schmerzsignale wahrnehmen. Es reduziert das Schmerzempfinden über das zentrale Nervensystem, hat aber nur schwache entzündungshemmende Eigenschaften.
Opioide: Die Wahrnehmung komplett verändern
Opioid-Schmerzmittel wie Morphin binden an Opioid-Rezeptoren im zentralen Nervensystem und verändern direkt die Schmerzwahrnehmung des Gehirns. Sie werden bei starken Schmerzen eingesetzt und bergen ein Suchtrisiko.
Ein häufiges Missverständnis
Schmerzmittel zielen nicht auf einen bestimmten Bereich ab. Sie verteilen sich über den Blutkreislauf im gesamten Körper. Da die Prostaglandinkonzentration um geschädigtes Gewebe höher ist, zeigt das Medikament dort eine stärkere Wirkung — aber das ist kein gezieltes "Finden" des Schmerzes.
Zu verstehen, wie Schmerzmittel wirken, hilft Ihnen, sie bewusster einzusetzen. Im Zweifelsfall konsultieren Sie immer einen Arzt.