Fußball ist heute eine der beliebtesten Sportarten der Welt und hat selbst die entlegensten Winkel erreicht. Die Ursprünge dieses Sports reichen jedoch etwa 2.500 Jahre zurück zu einem Spiel namens „Cuju“, das in China gespielt wurde. Cuju war ein Spiel, bei dem zwei Mannschaften versuchten, den Ball durch eine Öffnung in einem zentralen Ring zu befördern, ohne die Hände zu benutzen oder den Ball den Boden berühren zu lassen. Im Jahr 2004 wurde es von der FIFA als älteste bekannte Form des Fußballs anerkannt.
Abgeleitet von den Wörtern „Cu“ (treten) und „Ju“ (ein mit Federn gefüllter Lederball) wurde dieses Spiel während der Zeit der Streitenden Reiche (476–221 v. Chr.) in der chinesischen Geschichte populär. Aufgrund seines anspruchsvollen Charakters wurde es zunächst als Sport zur Ausbildung militärischer Kavallerie eingesetzt.
Während der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) verbreitete sich Cuju über den militärischen Bereich hinaus in die königlichen Höfe und die Oberschicht. Es wird überliefert, dass Kaiser Wu Di der Han-Dynastie Cuju spielte und großen Gefallen an diesem Sport fand. In dieser Zeit wurde Cuju mit festgelegten Regeln standardisiert. Für Cuju-Spiele an den kaiserlichen Höfen wurden spezielle Spielfelder namens "Ju Cheng" errichtet. Diese Felder hatten halbmondförmige Torpfosten an beiden Enden.
Obwohl Cuju heute hauptsächlich bei kleinen touristischen Veranstaltungen oder Zeremonien vorgeführt wird, lebt seine farbenfrohe Vergangenheit durch die tiefe Verbindung zu den Ursprungsmythen und der Kultur der chinesischen Nation weiter.
Stile und Regeln des Cuju
Cuju war ein recht komplexes Spiel, das sich im Laufe der Zeit veränderte und weiterentwickelte. Es konnte sowohl einzeln als auch im Team gespielt werden und konnte wettkampfmäßig oder kooperativ sein. Mit seiner ästhetischen Seite wurde Cuju in der Regel zur Unterhaltung gespielt. Die nicht-wettbewerbliche Version war als "Baida" bekannt, während beim wettbewerblichen Cuju zwei Mannschaften gegeneinander spielten, wobei jede Seite versuchte, mehr Punkte als die andere zu erzielen.
Es gab zwei Hauptstile des Cuju:
- Zhuqiu: Wurde bei besonderen Zeremonien wie dem Geburtstag des Kaisers oder internationalen Veranstaltungen gespielt. Jede Mannschaft in diesem Stil bestand aus 12 bis 16 Spielern.
- Baida: Bei diesem Stil gab es keine Tore oder Torschuss-Ziele. Die Spieler hielten den Ball auf einem mit Seilen eingegrenzten Feld innerhalb der Grenzen. Fouls wurden gezählt, und der Spieler oder die Mannschaft mit den wenigsten Fouls gewann.
Die kulturelle und symbolische Bedeutung des Cuju
Cuju wurde nicht nur als Unterhaltung oder militärisches Trainingsmittel betrachtet, sondern auch als Lebensphilosophie angesehen. Der Dichter Li You, der in der späten Han-Dynastie lebte, beschrieb das Cuju-Spiel als Metapher für ein gutes Leben. Diese Sichtweise verdeutlicht die tiefen Wurzeln und die Bedeutung des Cuju in der chinesischen Kultur.