Mitten in einem langen Lauf verschwindet plötzlich die Müdigkeit und wird durch ein unbeschreibliches Gefühl von Euphorie und Leichtigkeit ersetzt. Schmerzen lassen nach, die Welt erscheint schöner, und Sie fühlen sich, als könnten Sie ewig laufen. Dieses Erlebnis ist als "Runner's High" bekannt — ein wissenschaftlich bewiesenes physiologisches Phänomen.
Der Endorphin-Mythos und die Realität
Jahrelang wurden Endorphine als alleinige Ursache des Runner's High angesehen. Neuere Forschungen zeigen ein komplexeres Bild. Endorphine werden zwar freigesetzt, aber die eigentlichen Akteure sind Endocannabinoide.
Das Endocannabinoid-System
Ihr Körper produziert natürlich Chemikalien (Anandamid), die den Verbindungen in der Cannabis-Pflanze ähneln. Während längerem Training steigen die Blutspiegel dieser Endocannabinoide. Sie überqueren leicht die Blut-Hirn-Schranke und haben angstlösende, schmerzlindernde und euphorisierende Wirkungen.
Wann tritt Runner's High auf?
- Dauer: Beginnt in der Regel nach mindestens 30-45 Minuten mäßig bis hoch intensiver aerober Belastung.
- Intensität: 70-85% der maximalen Herzfrequenz ist die optimale Zone.
- Regelmäßigkeit: Regelmäßige Läufer erleben diesen Zustand häufiger und leichter.
Nur beim Laufen?
Runner's High ist nicht nur dem Laufen vorbehalten. Radfahren, Schwimmen, Rudern und sogar intensives Tanzen können ähnliche Effekte erzeugen.
Auswirkungen auf die psychische Gesundheit
Regelmäßige aerobe Bewegung kann bei der Linderung von Depressions- und Angstsymptomen eine mit Antidepressiva vergleichbare Wirksamkeit zeigen.
Runner's High ist eine der schönsten Belohnungen, die Ihr Körper Ihnen gibt. Durch regelmäßige aerobe Bewegung können Sie diese natürliche Glücksquelle häufiger erschließen und sowohl Ihre körperliche als auch geistige Gesundheit stärken.